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In Bodenmakroporen produzierte biogene Gasblasen
Gleichzeitige Messung der Gasblasengr??e und CO2-Konzentration mit VisiSens? A3
Yuhong He, Cameron Proctor, und Alex Tong
Department of Geography and Planning, University of Toronto, Kanada
Messungen von Treibhausgasen in Feuchtgebieten zeigen eine erhebliche r?umliche und zeitliche Variabilit?t von biogenen Gasblasen, was darauf hindeutet, dass Heterogenit?ten im Mikroma?stab die Bildung und das Austreten der Blasen beeinflussen. Traditionelle Techniken k?nnen jedoch nur Volumina messen, die mehrere Gr??enordnungen über dem Volumen einzelner Gasblasen liegen. Um Untersuchungen im Labor und im Feld durchzuführen wurde das VisiSens? A3-System zur Analyse von Gasblasen aus hochorganischen Feuchtlandb?den eingesetzt. Biogene Blasen aus einem anaerob inkubierten Bodenkern erreichten zwischen 0,02 und 2 ml und zeigtne einen CO2-Konzentrationsbereich von 0,7 - 8,5 %, sogar zwischen benachbarten Blasen, die weniger als 5 cm voneinander entfernt waren. Biogene Gasblasen, die durch Eruptionsereignisse in einem stehenden Teich entwichen, konnten ebenfalls mit VisiSens? A3 im Feld quantifiziert werden. Dies bot die einzigartige M?glichkeit, das Timing, die Gr??e und die CO2-Konzentration mit bisher nicht erreichter Genauigkeit zusammen zu erfassen.
Aufgrund der vorherrschenden anaeroben Bedingungen leisten Feuchtgebiete den st?rksten biogenen Beitrag zur Emission von Treibhausgasen in die Atmosph?re. Organische Materie zersetzt sich im ges?ttigten Boden haupts?chlich durch Methanogenese und erzeugt Methan, Kohlendioxid, Schwefelwasserstoff und Wasserstoff als biogene Gase. Im Laufe der Zeit sammeln sich die Gase an und bilden eine separate Gasphase, die sich schlie?lich zu Blasen zusammenschlie?t, die in den Makroporen des Bodens eingeschlossen sind. Druck?nderungen k?nnen die Freisetzung von eingeschlossenen Blasen ausl?sen, was es den Gasen erm?glicht, an der Sediment-Atmosph?ren-Grenzfl?che in einer Eruption zu entweichen. Das Verst?ndnis von biogenen Gas- und Eruptionsprozessen ist eine Herausforderung, da der Ma?stab, in dem die steuernden Variablen gemessen werden k?nnen (Untersuchungsfl?che und Landschaft), nicht mit dem Ma?stab der Biogenese (Mikroskala) übereinstimmt. Gradienten in der Bodenstruktur und -zusammensetzung scheinen mehrere Prozesse biogener Gase zu beeinflussen, wie etwa, dass Gaskonzentrationen in entstandenen Blasen r?umlich heterogen sind. Wie stark die Ansammlung von Gasen und deren Freisetzung innerhalb der Bodenmatrix von erkl?renden Variablen abh?ngt, wurde jedoch nicht quantifiziert. In jüngster Zeit w?chst das Interesse daran Biogenese-Vorg?nge im Mikrobereich zu untersuchen, um die Variabilit?t zu erkl?ren, die in gr??eren Ma?st?ben beobachtet wird. Traditionelle Techniken liefern nur wenig Informationen über die Verteilung von Gasen im Boden in kleinem Ma?stab und sind daher wenig hilfreich, um die Dynamik von biogenen Gasblasen zu verstehen. Im Gegensatz dazu hat das VisiSens? System kein minimales Probenvolumen und erm?glicht die zweidimensionale Visualisierung und Erarbeitung von CO2-Konzentrationsprofilen von Objekten bis zu 20 μm. Diese neuartige Technologie erm?glicht die Untersuchung von biogenen Gasblasen in bisher nicht bekannten Ma?st?ben. Unser vorrangiges Ziel ist es festzustellen, ob das VisiSens? A3-System einzelne biogene Gasbl?schen bewerten kann, und dieses System zur ?berprüfung der Konformit?t oder Heterogenit?t von CO2-Konzentrationen in Bezug auf Variablen wie Blasengr??e, Blasenbildungstiefe und N?he zu Quellen labilen Kohlenstoffs verwendet werden kann. Unser sekund?res Ziel ist es, die Anwendbarkeit des VisiSens? A3-Systems für die ?berwachung von Ereignissen im Feld zu bewerten.
Material & Methoden
Ein Bodenkern wurde aus dem Cranberry Marsh, Ontario, Kanada, extrahiert. Das Sediment bestand haupts?chlich aus Sand mit einem hohen Anteil organischer Substanzen aus Detritus, der w?hrend Hochwasserereignissen aufgefangen wurde. Der Kern wurde aus Sediment unter dem Wasserspiegel extrahiert und sofort 30 Tage lang inkubiert, um anaerobe Bedingungen zu schaffen. Der Wasserpegel wurden für die Dauer des Experiments bei + 2 cm über dem Sediment gehalten. Eine Plastikspritze wurde verwendet, um das Bodenwasser, das die biogenen Gasblasen enthielt, aus dem Sediment zu extrahieren. Ein Trenngef?? (Abb. 1B) wurde aus langen Glasrohren hergestellt und mit CO2-freiem Wasser gefüllt. Die Sensorfolie (SF-CD1R, PreSens) wurde an einem Ende des Trennbeh?lters mit einer dünnen Schicht Kwik-Sil-Epoxid befestigt. Es wurde darauf geachtet, dass ausreichend Epoxid verwendet wurde, um eine gute Abdichtung um jedes Rohrende zu gew?hrleisten. Für Messungen wurde das Trenngef?? in ein gro?es Wasserreservoir eingetaucht, so ausgerichtet, dass Gase aus den nicht abgedichteten Enden der R?hrchen austreten konnten. Dann wurde das Trenngef?? unter Wasser aufgerichtet, um sicherzustellen, dass keine Gase mehr in die R?hren gelangten. Die Kamera wurde auf der dem Trennbeh?lter zugewandten Seite montiert. Der Abstand von Kamera und Sensorfolie wurde so eingestellt, dass die Enden von vier R?hrchen (Form mit Permanentmarker nachgezeichnet, Abb. 1A) im Sichtfeld der Kamera waren. Vier Blasen wurden in schneller Folge aus dem Bodenkern extrahiert. Mit der Software VisiSens? AnalytiCal 3 wurden für 6,6 Minuten alle 10 Sekunden Bilder aufgenommen (40 Bilder). Sobald einige Bilder des Grundzustandes aufgenommen worden waren, wurden die vier Blasen nacheinander in jeweils eine R?hre des Trenngef??es injiziert. Um Eruptionsereignisse zu überwachen, wurde eine modifizierte Messanordnung für vier Stunden in einem stehenden Teich aufgebaut. Das Trenngef?? wurde durch einen Trichter ersetzt, der von der SF-CD1R-Sensorfolie abgedeckt wurde. Indem die Folie nicht durch Glasr?hrchen aufgeteilt wurde, konnten gr??ere biogene Gasblasen beurteilt werden. Gro?e Blasen wurden zuvor visuell erfasst. Eine Vier-Stunden-Messung mit einem 10-Sekunden-Bildaufnahmeintervall wurde durchgeführt. Der Trichter wurde alle 10 Minuten auf eingefangene Blasen untersucht. Nachdem eine Blase eingefangen wurde, wurden mit der Kamera etwa 7 Bilder aufgezeichnet. Danach wurde der Trichter gekippt, um die Blase zu entfernen und dann wieder in Position gebracht.
Ergebnisse
Gasblasen bildeten sich im gesamten Bodenkern vor allem in allen Makroporenr?umen, wobei die gr??ten Blasen in der N?he von organischem Material anstatt an Stellen mit hoher Sandkonzentration zu finden waren. Die Gasblasengr??en, von 0,02 bis 20 ml, stimmten mit der unregelm??igen Form der Makroporen überein. ?ber 40 Blasen wurden extrahiert und erfolgreich mit VisiSens? bewertet. Insgesamt lagen die CO2-Konzentrationen in den Blasen zwischen 0,7 und 8,5 % des Luftvolumens. Obwohl es nicht ungew?hnlich war, dass benachbarte Blasen ?hnliche CO2-Konzentrationen aufwiesen, wurde auch eine r?umliche Heterogenit?t bei einem Abstand von weniger als 5 cm beobachtet (Abb. 2). Anscheinend gibt es einen negativen Zusammenhang von Blasengr??e und CO2 Gehalt, was darauf hindeutet, dass gr??ere Blasen m?glicherweise mehr CO2-Akkumulation erlauben, wahrscheinlich aufgrund der l?ngeren Verweildauer der Blase in der Bodenmatrix. Die Tiefe der Blasenbildung korrelierte ebenfalls mit der CO2-Konzentration, wobei Blasen aus gr??erer Bodentiefe eine geringere CO2-Konzentration aufwiesen. Die oberen Schichten des Sediments enthalten typischerweise frisch abgelagerte organische Substanzen, die sehr labil sind im Vergleich zu den teilweise zersetzten Substanzen in tieferen Sedimenten, deren labile Komponenten bereits verbraucht wurden. Die Feldüberwachung über den Zeitraum von vier Stunden erfasste drei Eruptionsereignisse innerhalb der Wassers?ule unterhalb des Trichters. Das erste Ereignis ereignete sich nach 54 Minuten. Zwei kleine Blasen gingen der Emission einer gro?en Blase voraus, die viel gr??er war als die Oberfl?che der Sensorfolie. Die CO2-Konzentration der anf?nglichen Blasen war nicht viel gr??er als die gel?ste Konzentration im Teichwasser. Die letzte Blase war viel gr??er und verschlang die davor aufgestiegenen Bl?schen. Das zweite Ereignis trat nach 2 Stunden und 41 Minuten ?berwachung auf. Eine kleine Blase mit hoher CO2-Konzentration konnte getrennt beobachtet werden. Die letzte Eruptionsbeobachtung fand kurz nach drei Stunden und einer Minute statt. Die Bildqualit?t w?hrend dieses Ereignisses wurde durch st?rkeren Ablauf aus einem Wehr verschlechtert, durch den mehr Sediment herangetragen wurde.
Zusammenfassung
Mit Hilfe des VisiSens? Systems wurde der CO2-Gehalt einzelner biogener Gasblasen bestimmt. Nach unserem Wissen ist dies das erste Mal, da? einzelne Blasen quantifiziert wurden. Damit stellt das VisiSens? System einen neuartigen Ansatz zur Untersuchung biogener Gase in bisher für die Wissenschaft nicht zug?nglichen Gr??enordnungen dar. Es ist von entscheidender Bedeutung, zu verstehen, wie sich die Produktion und Akkumulation von biogenem Gas r?umlich innerhalb der B?den von Feuchtgebieten ver?ndert, da angesammelte Blasen teilweise die Gesamtmenge der in die Atmosph?re freigesetzten Treibhausgase regulieren. Das VisiSens? System k?nnte in Zukunft ein wichtiges Werkzeug für Wissenschaftler werden, um die Dynamik biogener Gase zu untersuchen. Insbesondere die M?glichkeit, einzelne Blasen zu bewerten, ist entscheidend für die mikroskopische Untersuchung der Zusammenh?nge zwischen Biogasproduktion und entsprechenden Umweltfaktoren. Das VisiSens? System erwies sich als eine leistungsstarke neue Technologie zur Erfassung von Eruptionsereignissen und lieferte wertvolle Informationen über die H?ufigkeit und Gr??enordnung der CO2-Emissionen. Die F?higkeit, episodische Eruptionen zu überwachen, w?hrend man die M?glichkeit beh?lt wichtige Daten einzelner Blasen zu erfassen, sind zwei gro?e Vorteile. Das System ist kostengünstig, einfach zu bedienen und k?nnte Bemühungen der Klimamodellierung in naher Zukunft unterstützen.


